Pressemitteilung: Kann sich die Jugend auf Barsinghausen und die Region verlassen?
Die einzige Jugendwerkstatt in Barsinghausen stellt zum neuen Schuljahr ihren Dienst ein. Der Grund? Mangelnde Finanzierung seitens des Jobcenters. Die Finanzierungslücke von ca. 7.000€ monatlich für sechs Plätze für junge Menschen im Jobcenter-Bezug kann nicht ausgeglichen werden. Das Jobcenter beruft sich auf den Rückgang der Anzahl junger Menschen im Leistungsbezug. Jedoch ist gemessen an den Gesamtzahlen kein signifikanter Rückgang zu beobachten. Laut Sozialstrukturbericht lebten 2015 rund 3.531 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren in Barsinghausen. 2024 waren es nur noch 3.124. Im SGB II Bezug waren 2015 insgesamt 398 junge Menschen unter 25 Jahren. 2024 waren es noch 345. Dieser Rückgang ist marginal und keine Begründung für die Sparmaßnahme.
Es verschwindet ein Angebot, das insbesondere jungen Menschen eine Perspektive verschafft, die im Regelschulsystem nicht gut aufgehoben sind und ein kleineres, praxisorientiertes Umfeld zum Lernen brauchen. Auch die Jugendwerkstatt „Roter Faden“ in Ronnenberg wird schließen. Besonders für junge Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf ist es eine Zumutung, für ein vergleichbares Angebot bis in die Landeshauptstadt Hannover zu fahren.
Die Region Hannover ist gem. §13 SGB VIII verpflichtet, ausreichend Angebote der Jugendsozialarbeit, zu denen die Jugendwerkstätten zählen, anzubieten. Aufgrund der knappen Haushaltslage wird dieser Bereich seit Jahren kaputtgespart. Nun steht ganz Barsinghausen vor dem Resultat dieser Sparmaßnahme. Sollte sich spontan keine Finanzierungsmöglichkeit ergeben, ist dies ein trauriges Zeichen für die jungen Menschen in Basche.
„Durch die verschwindenden Perspektiven junger Menschen im ländlichen Raum, ist dieses Beispiel ein Brandbeschleuniger für das Erstarken rechter, demokratiefeindlicher Kräfte. Wir von der Partei Die Linke setzen uns ein für Chancengerechtigkeit, Bildung und die Rechte junger Menschen. Wir fordern schnellstens eine Finanzierungsmöglichkeit und eine Kommunalpolitik, die sich dafür einsetzt!“ fordert Rebekka Nürnberger, Mitglied der Basisorganisation Die Linke Barsinghausen.
„Wer Jugendwerkstätten kaputtspart, zerstört die Zukunftsperspektive für junge Menschen. Wir fordern die Region Hannover auf, ihrer Fürsorgepflicht für diese sensible Personengruppe endlich nachzukommen“, sagt Mizgin Ciftci, Kandidat für das Amt des Regionspräsidenten in der Region Hannover vor allem mit Blick auf den demographischen Wandel. „Unsere Gesellschaft darf keine Potentiale zurücklassen“, so Ciftci, der als Gewerkschafter viele Betriebe in der Region kennt.
Mit einem Brief an den Bürgermeister Barsinghausens, Henning Schünhof (SPD), und Steffen Krach (SPD) als Regionspräsident der Region Hannovers möchte die Basisorganisation zum Handeln in der Politik aufrufen.
Offener Brief zum Download
